Pressemitteilung der LUBW vom 01. Juni 2026 zum NÖK Baden-Württemberg

Netzwerk Ökolandbau und Kompost (NÖK BW) in Baden-Württemberg gestartet: Hochwertige Komposte können Nährstoffversorgung im ökologischen Landbau stärke

Das Netzwerk Ökolandbau und Kompost Baden-Württemberg (NÖK BW) hat seine Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, den Einsatz gütegesicherter Bio- und Grüngutkomposte im ökologischen Landbau zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen Kompostwirtschaft und Ökolandbau auszubauen. Damit sollen regionale Stoffkreisläufe gestärkt sowie Beiträge zum Klima-, Ressourcen- und Bodenschutz geleistet werden.

Mehr Wertschöpfung aus Bioabfällen

„Bioabfälle stärker zur Energieerzeugung durch Vergärung zu nutzen und sie als hochwertigen Kompost einzusetzen, ist ein wichtiges Ziel der Kreislaufwirtschaft. Wenn wir Bioabfälle bestmöglich verwerten, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Klima und Ressourcen“, betont Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg.

Das Projekt wurde im November 2025 durch die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) initiiert und wird durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert sowie durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg unterstützt.

Großes Potenzial für den ökologischen Landbau

„Rund 70 Prozent der in Baden-Württemberg erzeugten Komposte aus Bio- und Grüngut erfüllen die strengen Anforderungen des Ökolandbaus – das zeigen Untersuchungen unseres Kompetenzzentrums Bioabfall“, erklärt Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW. „Dennoch wird dieses Potenzial bislang noch nicht ausreichend genutzt. Hochwertige Komposte können einen wichtigen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit leisten.“

Nährstoffkreisläufe stärken

Beim Wachsen entziehen Pflanzen dem Boden Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Diese müssen nach der Ernte wieder zurückgeführt werden, um die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten. Während dies in der konventionellen Landwirtschaft häufig über mineralische Düngemittel erfolgt, sind deren Einsatzmöglichkeiten im ökologischen Landbau deutlich eingeschränkter.

Untersuchungen der LUBW zeigen, dass viele Böden ökologisch wirtschaftender Betriebe bereits heute Nährstoffdefizite aufweisen. Besonders betroffen sind viehlose Betriebe, beispielsweise reine Ackerbau- und Gemüsebaubetriebe, da sie nicht über eigene organische Düngemittel wie Mist oder Gülle verfügen.

Komposte können Versorgungslücken schließen

Der Einsatz hochwertiger Komposte kann dazu beitragen, dem Boden wichtige Nährstoffe zurückzuführen und regionale Stoffkreisläufe besser zu nutzen.

„Würde der für den ökologischen Landbau geeignete Kompost aus Bioabfall ausschließlich im ökologischen Landbau eingesetzt, könnten in Baden-Württemberg rund ein Viertel bis ein Drittel der zusätzlich benötigten Kernnährstoffe wie Kalium, Phosphor und Stickstoff aus regionalen Stoffkreisläufen bereitgestellt werden“, verdeutlicht Maurer das Potenzial.

Fünf Handlungsfelder im Fokus

Trotz der positiven Effekte von Komposten ist deren Nutzung im ökologischen Landbau bislang noch sehr gering. Hier setzt das Netzwerk Ökolandbau und Kompost Baden-Württemberg an. Das NÖK BW arbeitet in fünf zentralen Handlungsfeldern. Dazu gehören Wissenstransfer, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit, die Beratung von Akteuren aus Ökolandbau und Kompostwirtschaft sowie die Demonstration der Vorteile des Komposteinsatzes im ökologischen Landbau.

Das Netzwerk
Informationen zu aktuellen Maßnahmen, Ansprechpartnern sowie zu regionalen und landesweiten Fachveranstaltungen stellt das Netzwerk auf seinem Webauftritt unter www.noek-bw.de bereit.

Weiterführende Informationen der LUBW

Für Interessierte stehen zwei aktuelle LUBW-Berichte zum Thema Bioabfall und Komposteinsatz im ökologischen Landbau zum Download zur Verfügung: