Vorstellung gütegesicherter Kompostierungsanlagen




ANLAGENPORTRÄT

Kompostwerk Singen

Betreiber:
RETERRA Hegau-Bodensee GmbH

Anlagenart:
Pfropfenstromvergärungsanlage für Biogut mit Nachkompostierung des festen Gärprodukts und separater Grüngutkompostierung

Gesamtkapazität:
87.500 t pro Jahr
(55.000 t in der Vergärungsanlage)

Kompostarten/Gärprodukt:
– Frisch- und Fertigkompost aus Grüngut
– Frisch- und Fertigkompost aus Biogut
– Flüssiges Gärprodukt

Eignung für den Ökolandbau:
Bioland/Naturland (Komposte)

Nach einem Standortumbau betreibt die RETERRA Hegau-Bodensee GmbH das Kompostwerk Singen seit 2019 in seiner jetzigen Form. In der Vergärungsanlage, die nach dem Valorga-Verfahren arbeitet, können jährlich ca. 55.000 t/a Bioabfälle verarbeitet werden.

Das Valorga-Verfahren ist ein einstufiges, trockenes Vergärungsverfahren mit einem vertikalen Zylinder ohne mechanische Rührwerke, bei dem die Durchmischung durch die Druckinjektion von Biogas erfolgt.

Das bei der Vergärung erzeugte Biogas wird in zwei großen Blockheizkraftwerken verstromt. Diese nachhaltige Stromproduktion reicht für rund ein Drittel der Haushalte in Singen.

Das Gärprodukt wird entwässert, wodurch einerseit ein hochwertiger Flüssigdünger entsteht und andererseits durch Nachkompostierung des festen Anteils ein Qualitätskompost für die regionale Landwirtschaft.

Neben der Vergärungsanlage gibt es eine Tunnelkompostierungsanlage für Bioabfälle. Dort können weitere bis zu 35.000 t/a Bioabfälle behandelt werden. In einem dritten Bereich werden rund 15.000 t/a Grünabfälle kompostiert.

Dabei entstehen wertvolle organisch-mineralische Dünger für die Landwirtschaft und hochwertiger Kompost zur Nutzung im Garten- und Landschaftsbau oder zur Herstellung von Substraterden. Der erzeugte Kompost ist entsprechend der Kriterien von Bio-land/Naturland durch die Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK) gütegesichert. Er wird auch in den Ökolandbau vermarktet. Das flüssige Gärprodukt unterliegt ebenso der Gütsicherung der BGK.

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ANLAGENPORTRÄT

Grüngutkompostierung-sanlagen der Hans Schmid GmbH

Betreiber:
Hans Schmid GmbH

Anlagenart:
Fünf Kompostierungsanlagen für Grüngut

Gesamtkapazität:
23.800 t pro Jahr (3.000 bis 6.650 t pro Anlage)

Kompostarten:
Frisch- und Fertigkompost aus Grüngut

Eignung für den Ökolandbau:
FIBL-Betriebsmittel, Bioland/Naturland

  1. Kompostierungsanlage Füllenwald
    Überlingen, Bodenseekreis
  2. Kompostierungsanlage Weiherberg,
    Friedrichshafen, Bodenseekreis
  3. Kompostierungsanlage Sputenwinkel,
    Tettnang, Bodenseekreis
  4. Kompostierungsanlage Obermooweiler,
    Wangen im Allgäu, Landkreis Ravensburg
  5. Kompostierungsanlage Schwatzen,
    Weißensberg, Landkreis Lindau (Bodensee)

An den drei Kompostierungsanlagen im Bodenseekreis befindet sich jeweils auch ein Entsorgungszentrum des Landkreises, an dem neben Grüngut auch andere Wert- und Abfallstoffe abgegebne werden können.

Verfahrensbeschreibung:

1.  Annahme und Vorsortierung: Das Grüngut wird durch Kommunen, Private – und Gewerbliche Kunden angeliefert. Zunächst werden die Garten- und Parkabfälle gesammelt und vorsortiert, um grobe Fremdstoffe zu entfernen.

2.  Zerkleinerung: Das Grüngutmaterial wird dann mithilfe eines Schnellläufers zerkleinert, sodass eine gleichmäßige Struktur entsteht.

3.  Kompostierung und Hygienisierung: Das zerkleinerte Material wird als Trapezmiete aufgesetzt und über mehrere Wochen hinweg hygienisiert. Dabei werden auch Temperaturen erreicht, die pathogene Keime abtöten. Die Temeperaturen werden mittels Messsonde aufgezeichnet und mit der Mietenbegleitkarte digital abgespeichert.

4.  Siebung: Nach der Hygienisierung wird der Kompost durch ein Sternsieb geleitet. Dadurch entstehen verschiedene Fraktionen.

5.  Verwendung der Fraktionen:

  • Feinfraktion:
    Diese feine Fraktion wird nochmals 10-14 Tage gelagert und als Frisch- oder Fertigkompost an die Landwirtschaft, Gärtner und privat Haushalte für den Garten abgegeben und dient dort als wertvoller Bodenverbesserer.
  • Mittelkorn (40–100 mm):             
    Diese Fraktion wird als Strukturmaterial im Amtzeller Werk für Biogas verwendet, um die Gasausbeute dort zu verbessern.
  • Überkorn:
    Die groben Fraktionen werden in einer Verbrennungsanlage weiterverwertet, um Energie zu erzeugen bzw. auch als Strukturmaterial für die Grüngutkompostierung.

Durch die oben beschriebenen Verfahrensschritte entsteht ein nachhaltiger Kreislauf, bei dem alle Fraktionen sinnvoll genutzt werden.

Aus den 23.800 t/a Grüngut werden jährlich ca. 12.000 t Grüngutkompost erzeugt. Der Kompost unterliegt der RAL-Gütesicherung, auch für den Einsatz im Ökolandbau entsprechend den Kriterien von Bioland/Naturland. Etwa 50 % des Komposts (ca. 6.000 t/a) werden derzeit in den Ökolandbau vermarktet.

Neben dem Kompost werden aus dem auf den Anlagen angenommenem Grüngut bzw. aus dem Siebüberlauf der Kompostabsiebung auch zwei Brennstofffraktionen erzeugt (0-150 mm und 0-300 mm). Insgesamt werden so jährlich rund 6.000t Brennstoff produziert.

Weitere Produkte der Hans Schmid GmbH sind Rindenmulch aus heimischen Hölzern in verschiedenen Absiebungen sowie ein Humus-Substrat, bestehend aus dem eigenen Kompost, gesiebtem Humus heimischer Herkunft und Sand.

Des Weiteren besteht eine Kooperation mit dem benachbarten Amtzeller Werk für Biogas, das aus Biogut (Inhalt der Biotonne) Kompost, ein füssiges Gärprodukt und Biogas produziert. Dieses Werk wird in einem der kommenden Newsletter ebenfalls vorgestellt.

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ANLAGENPORTRÄT

Entsorgunszentrum Lohfelden

Betreiber:
Abfallentsorgung Kreis Kassel

Anlagenart:
Trockenvergärungsanlage (Boxen) mit Gärrestkompostierung

Gesamtkapazität:
44.500 Tonnen pro Jahr

Kompostarten:
Fertig- und Frischkompost aus Biogut

Eignung für den Ökolandbau:
FIBL-Betriebsmittel, Bioland/Naturland

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ANLAGENPORTRÄT

Kompostierungsanlage Brunnenhof

Anlagenart:
Rottetrommeln (Intensivrotte) und offene Mietenkomposteierung (Nachrotte)

Gesamtkapazität:
15.000 Tonnen pro Jahr

Kompostarten:
Frischkompost aus Biogut
Frisch- und Fertigkompost aus Grüngut

Eignung für den Ökolandbau:
FIBL-Betriebsmittel, Bioland/Naturland

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ANLAGENPORTRÄT

Kompostierungsanlage Homberg

Der Maschinenring Schwalm-Eder betreibt in Homberg (Efze) im Auftrag der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda eine Kompostierungsanlage für Grüngut, die 1991 als zentrale Grüngutkompostierungsanlage für den Schwalm-Eder-Kreis in Betrieb genommen wurde.

Das Material für die Kompostierung stammt einerseits aus der Direktanlieferung auf der Anlage und andererseits von den Grüngutsammelplätzen der Städte und Gemeinden des Schwalm-Eder-Kreises. Bei der Anlieferung wird das Grüngut in drei Fraktionen aufgeteilt:

  • Fraktion 1: Gehölzschnitt mit einer Schnittflächengröße ab Daumendicke und Stammholz bis 70 cm Umfang und ca. 2 m Länge
  • Fraktion 2: Heckenschnitt, Stauden- und Krautschnitt, gemischtes Grüngut, Wurzeln mit Stammdurchmesser <20 cm
  • Fraktion 3: Rasenschnitt, Laub

Fraktion 1 wird mit einem Hacker zerkleinert und als Brennstoff an das Biomasse-heizkraftwerk der Firma B. Braun in Melsungen vermarktet. Fraktion 2 wird mit einem Schnellläufer zerkleinert und gemeinsam mit der unzerkleinerten Fraktion 3 als Gemisch zur Intensivrotte aufgesetzt. Diese findet auf einem belüfteteten Boden statt, der überdacht ist und dauert ca. 4-5 Wochen. Dabei wird das Material nicht umgesetzt. Nach der Intensivrotte wird das Material zur weiteren Kompostierung auf offenen Mieten aufgesetzt. Nach weiteren 3 Monaten Rottezeit, in denen die Mieten alle 6 Wochen umgesetzt werden, verfügt der Kompost über Rottegrad III (Frischkompost). Dieser Kompost wird auf 35 mm abgesiebt und in die Landwirtschaft vermarktet.

Einzelne Chargen werden weiter kompostiert, bis sie nach insgesamt 6-9 Monaten Rottezeit als Fertigkompost vermarktet werden. Diesen bietet das Homberger Kom-postwerk entweder in einer Siebung <35 mm oder <18 mm an. Abnehmer dafür sind Erdenwerke, der Garten- und Landschaftsbau sowie Privatkunden.

Aus den rund 10.000 t/a Inputmaterial werden jährlich ca. 5.000 t Kompost erzeugt. Der Kompost unterliegt der RAL-Gütesicherung, auch für den Einsatz im Ökolandbau entsprechend den Kriterien von Bioland/Naturland. Etwa die Hälfte des Komposts wird in die Landwirtschaft vermarktet und dies zu rund 95 % in den Ökolandbau.

Neben dem reinen Kompost werden auf der Homberger Kompostierungsanlage auch andere Erzeugnisse, wie Komposterde, Rindenmulch oder Hackschnitzel, ange-boten. Die im Betrieb erzeugte Komposterde besteht aus 30 % Fertigkompost (<18 mm) und 70 % Mutterboden.

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