Kompost im Ökolandbau: Herstellung, Qualität und Anwendung im Fokus

Fachinfoveranstaltung des Netzwerks Ökolandbau und Kompost Baden-Württemberg auf der Kompostierungsanlage der Bühler Umwelt GmbH

Bühler Umwelt GmbH, 12. Oktober 2026 – Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich Interessierte aus Landwirtschaft und Kompostwirtschaft bei der Bühler Umwelt GmbH, um die Kompostierungsanlage zu besichtigen und sich im Rahmen des Netzwerks Ökolandbau und Kompost Baden-Württemberg (NÖK BW) fachlich auszutauschen. Im Mittelpunkt standen die Qualität von Komposten, ihre Einsatzmöglichkeiten im Ökolandbau und ihr Beitrag zur regionalen Nährstoffversorgung und zum Humusaufbau.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde führten Frank Bühler und Michael Vogel von der Bühler Umwelt GmbH über die Anlage und gaben Einblicke in die Herstellung und Aufbereitung von Kompost. Die Anlage ist erst seit Kurzem für den Einsatz ihrer Komposte im Ökolandbau zertifiziert. Hergestellt werden ausschließlich Grüngutkomposte, die aus Grün- und Gartenpflegeabfällen entstehen. Das große Interesse am Thema zeigte sich in zahlreichen Fragen und fachlichen Diskussionen während der Führung.

Bei Kaffee und Kuchen ging es anschließend im firmeneigenen Veranstaltungsraum mit Fachvorträgen weiter. Tommy Schirmer vom Witzenhausen-Institut stellte zunächst das NÖK BW und seine Arbeit vor. Dabei erläuterte er, wie Komposte dazu beitragen können, regionale Nährstoffe wieder stärker in den Ökolandbau zurückzuführen. Zudem zeigte er auf, welche Möglichkeiten das Netzwerk für den fachlichen Austausch und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure bietet.

Dr. Nikolas Zöller von ISA-Gottschall vermittelte anschließend die Grundlagen des Komposteinsatzes in der ökologischen Landwirtschaft. Er ging unter anderem auf die Gütesicherung und Qualität von Komposten sowie auf deren Eignung für die Anwendung im Ökolandbau ein. Weitere Themen waren der Beitrag von Komposten zum Humusaufbau und zur Bodenfruchtbarkeit sowie ihre Düngewirkung. Auch die Wirtschaftlichkeit des Komposteinsatzes und die Frage, worauf es bei der Auswahl geeigneter Komposte ankommt, wurden beleuchtet.

Philip Köhler von der Naturland-Beratung ergänzte das Programm online um die Perspektive der Ökolandbauverbände. Seine zentrale Botschaft: Qualitativ geeignete Komposte passen gut zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben, wenn sie fachgerecht eingesetzt werden. Gerade für eine langfristig angelegte Nährstoffversorgung über die Fruchtfolge können Komposte eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig gilt es, Zertifikate sorgfältig zu prüfen und das Material genau in Augenschein zu nehmen.

Der Austausch zeigte: Kompost ist ein wichtiges Thema für den Ökolandbau. Die Teilnehmenden diskutierten intensiv über die Möglichkeiten und Voraussetzungen eines erfolgreichen Komposteinsatzes. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Qualität der Komposte, ihre Eigenschaften und die Anforderungen der landwirtschaftlichen Praxis gemeinsam zu betrachten.

Um weitere ökologisch wirtschaftende Betriebe in der Region südlicher Oberrhein zu erreichen und die Erkenntnisse in die Praxis zu tragen, ist für das kommende Jahr ein Praxisfeldtag geplant. Dieser soll zusätzliche Gelegenheit bieten, sich vor Ort mit dem Komposteinsatz zu beschäftigen und Erfahrungen auszutauschen. Wir werden rechtzeitig informieren.