Nachlese zur Fachinfoveranstaltung „Biogut- und Grüngutkomposte im Ökolandbau“ am 16.09.2026 auf dem Biolandbetrieb Scheuermann in Buchen
Das NÖK BW und seine Kooperationspartner hatten für den 16. 09.2026 auf den Betrieb von Gerit Scheuermann eingeladen. Rund 30 Teilnehmende informierten sich über die Grundlagen der Kompostwirtschaft, die Anforderungen des Ökolandbaus und die Erfahrungen eines Landwirts, der seit über 20 Jahren Kompost einsetzt.

Zum Auftakt stellte Tommy Schirmer (Witzenhausen-Institut) das NÖK BW vor. Anschließend erläuterte Dr. Nikolas Zöller (ISA) die Eigenschaften von Kompost und seine Bedeutung für Boden und Nährstoffversorgung. Valentin Michel, Demeter-Berater ergänzte die Perspektive der Öko-Anbauverbände. Martin Hahn, Leiter der Unternehmenskommunikation der AWN, und Tom Eberle, Leiter des Biomassezentrums Buchen, gaben Einblicke in die Herstellung und landwirtschaftliche Nutzung der dort erzeugten Komposte.
Besonders praxisnah berichtete Betriebsleiter Gerit Scheuermann über die langjährige Kompostwirtschaft auf seinem rund 75 Hektar großen, viehlos bewirtschafteten Bioland-betrieb. Für ihn ist Kompost – neben der bis zu 11-gliedrigen Fruchtfolge, Untersaaten und schonender Bodenbearbeitung – ein wichtiger Baustein beim Aufbau von Humus. Dieser trägt unter anderem dazu bei, die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Belastungen zu erhöhen und die Bodenbearbeitung zu erleichtern. Auch die Einsparung externer Dünger, die Sicherung von Erträgen und Zusatzerlöse durch den Zertifikathandel spielen für seine Überlegungen eine Rolle.
Scheuermann betonte, dass beim Humusaufbau insbesondere das C/N-Verhältnis berücksichtigt werden müsse. Seine Erfahrung nach mehr als zwei Jahrzehnten Komposteinsatz fasste er in einer praktischen Empfehlung zusammen: „Weniger Kompost zur richtigen Zeit aufbringen, ist besser als zu viel auf einmal.“

Anschließend wurde Kompost auf einer der langjährig mit Kompost gedüngten Flächen ausgebracht. Bei einer gemeinsamen Spatendiagnose auf dieser Fläche konnten die Teilnehmenden das Bodengefüge unmittelbar untersuchen. Trotz trockener Bedingungen ließ sich der Boden bis in rund 20 Zentimeter Tiefe öffnen und zeigte eine stabile Krümelstruktur.
Auch der anschließende Infiltrationstest machte die Leistungsfähigkeit des Bodens anschaulich: Eine simulierte Niederschlagsmenge von 50 Millimetern wurde innerhalb von 1 Minute und 43 Sekunden aufgenommen. Im direkten Vergleich waren auf einem konventionell bewirtschafteten Feld ohne Komposteinsatz auch nach 10 Minuten noch erhebliche Wassermengen nicht versickert.

Der Feldtag vereinte wissenschaftliche Grundlagen, Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis und unmittelbare Bodenbeobachtungen. Dabei wurde deutlich: Die kontinuierliche Versorgung mit Kompost kann auch schwierige Böden verbessern. Entscheidend sind eine langfristige Bewirtschaftungsstrategie und ein bedarfsgerechter Einsatz, der die natürlichen Potenziale des Standorts berücksichtigt.
Die Vorträge des theoretischen Teils können in Kürze hier heruntergeladen werde