Unter dem Titel “Biogut- und Grüngutkomposte im Ökolandbau Baden-Württembergs – Schließung von Nährstoffkreisläufen, Beitrag zu Ressourcensicherheit, Klimaresilienz und Klimaschutz” führt das NÖK BW am 29.09.2026 in Stuttgart eine hochrangige Fachtagung durch.
Ökolandbau und Kreislaufwirtschaft müssen gut vernetzt sein
Ökolandbau und Kreislaufwirtschaft sind zwei sehr wichtige Wirtschaftsbereiche in Baden-Württemberg: sowohl für die Ökologie als auch für die Sicherung einer gesunden, regionalen Ernährungsgrundlage und das gesellschaftliche Miteinander. Doch sie haben in der Vergangenheit noch nicht so richtig zueinander gefunden. Dadurch sind in den letzten Jahren viele Chancen ungenutzt geblieben! Insbesondere wurden über 90 % der in Baden-Württemberg hergestellten Bioabfall- und Grüngutkomposte, die nach Richtlinien von Bioland und Naturland für den Ökolandbau geeignet sind, bislang nicht im Ökolandbau verwertet.
Das NÖK BW verfolgt die Zielsetzung, die Beziehung der o. g. beiden Wirtschaftsbereiche nachhaltig zu verbessern. Mit diesem „Anschubprojekt“ soll also eine optimale Zusammenarbeit von Ökolandbau und Kreislaufwirtschaft entwickelt werden. Grundlagen hierfür sind intensive Wissenstransfer- und Vernetzungsaktivitäten. Diese finden auf allen Ebenen statt: in der Praxis, der Beratung, der Forschung und der Arbeit der Verbände. Unabdingbar ist darüber hinaus die Entwicklung einer Vertrauensbasis zwischen Ökolandbau und Kreislaufwirtschaft als Kern für eine fruchtbare Zusammenarbeit.
Eine solche Zusammenarbeit ist für alle beteiligten Akteure eine „Win-Win-Situation“. Dies gilt für den Ökolandbau, der mit den gütegesicherten Komposten auf hochwertige Nährstoff- und Humusquellen aus regionalen Herkünften setzen kann, um damit seine betrieblichen Nährstoffkreisläufe zu schließen. Und für die Kreislaufwirtschaft, deren Wertschöpfung und Image gestärkt wird, wenn die Komposte dauerhaft und sicher in sehr anspruchsvollen Anwendungsbereichen wie dem Ökolandbau verwertet werden.
Komposte und flüssige Gärprodukte als wichtige neue „Tools“ für den Ökolandbau
Die Vernetzung von Kreislaufwirtschaft und Ökolandbau ist daher eine der wichtigsten Aufgaben, um das Wachstum des ökologischen Landbaus zu unterstützen. Dabei geht es aktuell insbesondere um die Verwertung geeigneter gütegesicherter Biogut- und Grüngutkomposte, aber zukünftig auch um den Einsatz hochwertiger flüssiger Gärprodukte aus Bioabfällen im Ökolandbau von Baden-Württemberg.


Kombinierte Vergärungs- und Kompostierungsanlage für Bioabfälle der RETERRA Hegau-Bodensee GmbH in Singen
Der Komposteinsatz unterstützt in besonderem Maße die Ressourceneffizienz und die regionale Schließung von Nährstoffkreisläufen im Ökolandbau. Auch die Klimaresilienz der ökologisch bewirtschafteten Böden wird verbessert, v. a. was den Wasserhaushalt anbelangt. Mit Humus-reproduktion und Humusaufbau durch den Komposteinsatz trägt dieser weiterhin zum Klimaschutz mittels Kohlenstoffeinbindung (C-Sequestrierung) bei. Und durch die Förderung einer erfolgreichen ökologischen Bewirtschaftung leistet der Kompost zudem mittelbar einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität.
Dies ist auch im Sinne der Landesregierung, die den Ökolandbau stärken möchte und für die Kreislaufwirtschaft die Zielsetzung einer möglichst hochwertigen Verwertung der hergestellten Kompostprodukte verfolgt. Grundlage hierfür ist die konsequente Sammlung und Nutzung der „Sekundärrohstoffe“ Bioabfälle und Grüngut. Ein Umdenken zu diesen „Abfällen“, die vielmehr sekundäre Rohstoffe sind, ist vonnöten. Denn wir benötigen diese Rohstoffe dringend. Die Nachfrage nach den hieraus hergestellten Komposten und Gärprodukten ist in den letzten Jahren rapide angestiegen. Und sie steigt weiter, v. a. in der Erdenindustrie, aber auch im landwirtschaftlichen Bereich.
Das Neuste aus Wissenschaft und Praxis zum Komposteinsatz im Ökolandbau von Baden-Württemberg auf der Landesweiten Fachveranstaltung
Aufgrund der Bedeutung der oben genannten Themenstellungen führt das NÖK BW im Auftrag der LUBW-Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg hierzu am 29.09.2026 eine landesweite Fachveranstaltung durch. Wir freuen uns sehr, dass es uns für diese hochrangige Veranstaltung gelungen ist, hervorragende Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis nicht nur aus Baden-Württemberg, sondern bundesweit, als Vortragende zu gewinnen. Diese werden einerseits den wissenschaftlichen Sachstand und seine Bedeutung darlegen sowie andererseits dessen notwendige Verknüpfung mit bzw. die Umsetzung in der Praxis beschreiben. Letzteres wird durch drei Exkursionsmöglichkeiten zu Kompostierungs-/Vergärungsanlagen bzw. in einen Ökolandbaubetrieb am Nachmittag unterstützt.

Diskussion auf der 1. Landesweiten Fachveranstaltung Biogutkompost im Ökolandbau von Baden-Württemberg 2022
In Zeiten von neuen Strategien zur Klimaanpassung kommt dieser Fachtagung eine besondere Bedeutung zu. Entsprechend dieser Relevanz der Veranstaltung wird der Präsident der LUBW, Herr Dr. Maurer, die Veranstaltung eröffnen.
Zu dieser für Sie kostenfreien Wissenstransfer-Veranstaltung des Landes Baden-Württemberg laden wir Sie recht herzlich ein!
Hier nochmals die wichtigsten Informationen zur Veranstaltung inkl. Anmeldelink im Überblick:
| Datum: | 29. September 2026 |
| Uhrzeit: | 09.00 – 16.45 Uhr |
| Treffpunkt: | Kulinarium an der Glems, Mahdentalstr. 111, 70569 Stuttgart – Büsnau |
| Anmeldung: | Um Anmeldung bis 21.09.2026 über das Veranstaltungstool der LUBW wird gebeten. |
| Kosten: | Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. |
| Exkursionen: | Exkursionsziele (Anfahrt in Privat-PKWs): Bioabfall-Vergärungsanlage Leonberg, Rauhes Stück 1/ An der Rennstrecke, 71229 Leonberg Grüngutkompostierung Wendlingen, Vorstadtstr., 73240 Wendlingen Ökoanbaubetriebs „Bioland-Gemüsehof Hörz“, Im Bühlerfeld 1, 70794 Filderstadt-Bonlanden |
Das Programm als PDF finden Sie hier.
Merken Sie sich bitte diesen Termin jetzt schon in Ihrem Kalender vor. Das NÖK Baden-Württemberg freut sich auf Ihr Kommen!