Fachinfoveranstaltung zum Thema Kompost auf dem Stifterhof und der Kompostanlage Frank

Nachlese zur Fachinfoveranstaltung „Biogut- und Grüngutkomposte im Ökolandbau“ am 15.09.2026 auf dem Stifterhof in Östringen sowie auf der Kompostanlage Frank in Kraichtal

Rund 25 Teilnehmende informierten sich am 15.09.2026 auf dem Stifterhof, einem Versuchsgut des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg (LTZ), über die Einsatzmöglichkeiten von Biogut- und Grüngutkomposten, diskutierten Fragen der Düngeplanung und konnten die praktische Ausbringung auf einer ökologischen Versuchsfläche des LTZ verfolgen.

Gerade für viehlose Ökobetriebe stellt sich die Frage, wie Nährstoffe, die den Betrieb mit den Ernteprodukten verlassen, wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Komposte bieten hierfür eine geeignete Möglichkeit. Sie können zur Deckung des Nährstoffbedarfs beitragen und gleichzeitig den Aufbau von Humus unterstützen. Damit verbinden sich Fragen der Nährstoffversorgung mit wichtigen Aspekten der Bodenfruchtbarkeit und Klimaresilienz: Humusreiche Böden können Wasser besser aufnehmen und speichern und sind dadurch unter anderem widerstandsfähiger gegenüber Starkregen und Erosion.


Wie sich diese Überlegungen konkret in die betriebliche Planung übersetzen lassen, zeigte Dr. Joachim Sauter anhand der Bodenuntersuchungen und der Fruchtfolgeplanung der Stifterhof-Flächen. Dabei wurde deutlich, welche Mengen an Phosphor und Kalium durch die Kompostanwendung in die Fruchtfolge eingebracht werden können und an welchen Stellen weiterhin Ergänzungsbedarf besteht.
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Im praktischen Teil wurde anschließend Grüngutkompost auf einer Hangfläche ausgebracht. Die gewählte Menge von 25 Tonnen Frischmasse je Hektar entspricht etwa 50 Prozent des Phosphorbedarfs und rund 30 Prozent des Kaliumbedarfs der betrachteten Fruchtfolge. Die Ausbringung machte zugleich deutlich, welche technischen Herausforderungen der Komposteinsatz in erosionsgefährdeten Hanglagen mit sich bringt. Moderne Ausbringtechnik ermöglicht es jedoch, auch größere Flächen effizient und fachgerecht zu versorgen. Der Kompost wurde auf einer Fläche ausgebracht, auf der im kommenden Jahr Erbsen angebaut werden sollen. Dabei wurde auch der Zusammenhang zwischen dem kohlenstoffreichen Grüngutkompost und dem Stickstoff der Leguminosen thematisiert, aus dem sich Potenziale für den Aufbau stabiler Humusformen ergeben.

Ergänzend wurden Fragen der Kompostqualität und der Anforderungen für den Einsatz im Ökolandbau diskutiert. Dr. Nikolas Zöller erläuterte die Bedeutung der Gütesicherung und wies darauf hin, dass Komposte auch die Hintergrundbelastung unserer Umwelt widerspiegeln. Umso wichtiger seien verlässliche Qualitätsanforderungen und ein bewusster Umgang mit den vorhandenen Stoffströmen. Erhard Gapp ergänzte die Perspektive der Öko-Anbauverbände und erläuterte deren weitergehende Anforderungen.

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden bei der Frank GmbH in Kraichtal Einblicke in die Herstellung von Grüngutkompost – von der Anlieferung und Aufbereitung der Ausgangsstoffe bis zum fertigen Produkt. Der intensive Austausch während des gesamten Tages zeigte, dass neben den fachlichen Fragen zur Nährstoffwirkung insbesondere auch verfüg-bare Mengen, Logistik, Produktqualität und Nährstoffgehalte für die landwirtschaftliche Praxis von großer Bedeutung sind. Der Feldtag machte deutlich: Kompost ist im viehlosen Ökolandbau nicht nur ein Instrument zum Nährstoffausgleich, sondern kann zugleich ein wichtiger Baustein für den Aufbau langfristig fruchtbarer und erosionsstabiler Böden sein.