Mehr Premiumkompost für den Ökolandbau

Erster Austausch des NÖK BW mit mehreren Kompostanlagen in
Baden-Württemberg erfolgreich durchgeführt

Vom 19. bis 21. Januar 2026 war das im November 2025 gestartete „Netzwerk Ökolandbau und Kompost Baden-Württemberg“ (NÖK BW) auf einer dreitägigen Tour zu Kompostanlagen in Baden-Württemberg unterwegs. Ziel dieser Anlagentour war es, die bestehenden Kontakte in die Kompostwirtschaft zu vertiefen, die Qualität der erzeugten Komposte vor Ort in Augenschein zu nehmen und Informationen zur Situation der Anlagen bei der Kompostvermarktung in den Ökolandbau zu erheben sowie insbesondere auch die Sicht der Kompostproduzenten hierzu kennenzulernen.

Kombinierte Vergärungs- und Kompostierungsanlage Amtzell (Foto: T. Schirmer)

Mit diesen Informationen ausgestattet wird das NÖK BW zukünftig den Kontakt zwischen interessierten Kompostanlagen und Ökoanbaubetrieben in der jeweiligen Region herstellen, um die Kompostverwertung im Ökolandbau weiter voranzubringen. Über einen intensiven Wissenstransfer und gemeinsame Veranstaltungen des NÖK BW mit der Kompost- und der Ökolandbauseite soll darüber hinaus im Laufe des Jahres eine enge Zusammenarbeit beider Seiten in regionalen Netzwerken entwickelt werden. Diese „Regionalnetzwerke Ökokompost“ sollen eine dauerhaft erfolgreiche Partnerschaft der Ökoanbaubetriebe mit der jeweiligen Kompostanlage begründen, die nach einer Anschubphase zum Selbstläufer wird.

Im Rahmen der o. g. ersten Anlagentour des NÖK BW wurden die Biogutkompostierungsanlage der KGH Umweltservice GmbH in Obersontheim, die RETERRA Hegau-Bodensee GmbH in Singen-Htwl., das Amtzeller Werk für Biogas GmbH, die Grüngutkompostierungsanlage der Hans Schmid GmbH in Weißensberg sowie die Anlage des Teams Sauberes Karlsruhe in Knielingen besucht. Hierbei handelte es um ganz unterschiedliche Anlagenformen und Größen, d.h. es waren sowohl Grüngutkompostierungsanlagen als auch Bioabfallkompostierungsanlagen mit bzw. ohne Vorvergärung vertreten und der Anlageninput reichte von ca. 10.000 t p. a. bis zu knapp 70.000 t p. a.. Die fünf besuchten privaten und kommunalen Anlagenbetreiber sind für insgesamt zehn Kompostierungsanlagen verantwortlich, deren Kompostvermarktung in den Ökolandbau besprochen wurde.

Kompostabsiebung auf der Kompostierungsanlage Obersontheim (Foto: T. Schirmer)

Peter Volk (ISA) und Tommy Schirmer (Witzenhausen Institut), die seitens der Koordinierungsstelle des NÖK BW die Anlagentour durchführten, waren beeindruckt von der Gütesicherung der besuchten Anlagen. Diese erfolgt grundsätzlich nach den Richtlinien der „Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V.“ (BGK) und wird seitens der in Baden-Württemberg zuständigen „Gütegemeinschaft Kompost Region Süd e. V.“ (GKRS) begleitet und beraten. Ein sehr großer Teil der hergestellten Komposte dieser Anlagen erreichen demgemäß die geforderten Premiumqualitäten des Ökolandbaus. Aus Sicht des NÖK BW sollten diese Premiumkomposte daher auch verstärkt im Ökolandbau verwertet werden.

In dieser Hinsicht gibt es jedoch noch einige Entwicklungsarbeit zu tun, zumal die Kompostanlagen in Baden-Württemberg natürlich ein breites Vermarktungsspektrum für ihre Komposte abdecken. Dies trifft auch für die besuchten Anlagen bei der ersten Tour zu. Was speziell die Kompostvermarktung in den Ökolandbau anbelangt wurde hier eine Reihe von bereits nach Bioland- und Naturland-Richtlinien gütegesicherten Kompostbetrieben mit starkem Interesse am weiteren Ausbau dieser Vermarktungsform angetroffen. Es fanden sich jedoch auch Anlagen, die noch am Anfang stehen oder eine Gütesicherung nach Bioland- und Naturlandrichtlinien gerade erst planen. Eine wichtige Aufgabe des NÖK BW ist es daher auch, interessierte Kompostanlagen bei allen diesen Herausforderungen zu unterstützen, die sich auf dem Weg zur Kompostvermarktung in den Ökolandbau ergeben.  

So lieferte die erste Anlagentour wertvolle Einblicke in die bestehenden Verwertungswege, den Stand der hergestellten Kompostqualitäten und die Entwicklungspotenziale für den Einsatz von Komposten im Ökolandbau bei einer Reihe wichtiger Kompostierungsanlagen in Baden-Württemberg. Mit diesem Austausch geht das NÖK BW einen weiteren wichtigen Schritt zur besseren Vernetzung von Kompostwirtschaft und ökologischer Landwirtschaft und bekräftigt sein Engagement für ein Mehr an Premiumkomposten mit einer Gütesicherung nach den Richtlinien der Ökolandbauverbände. In den kommenden Wochen werden weitere mehrtägige Kompostanlagentouren stattfinden, um das bisherige Bild zur Kompostvermarktung in den Ökolandbau zu vervollständigen und damit die Basis für die Aktivitäten des NÖK BW zur nachhaltigen Vernetzung von Ökolandbau und Kompostwirtschaft in Baden-Württemberg zu festigen.