Was sagen Ökolandwirte zum Einsatz von gütegesicherten Biogut- und/oder Grüngutkomposten?

Interview mit einem Kompostanwender

Hans Fischer, Landgut Birkenhof, Herdwangen-Schönach (Landkreis Sigmaringen)

HF: Wir sind ein viehloser Betrieb und setzen Kompost ein, um unseren Böden Nährstoffe zurückzugeben. Außerdem unterstützt Kompost den Humuserhalt und hilft uns, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu sichern. Zusätzlich lassen wir Pflanzenkohle in unseren Kompost einmischen.

HF: Wir bringen den Kompost auf die Getreidestoppeln aus, da zu diesem Zeitpunkt die Befahrbarkeit gewährleistet ist und der Einsatz in unseren Betriebsablauf passt. Der Kompost wird dann direkt eingearbeitet.

HF: Der Kompost stammt von der Firma Schmid. Wir holen ihn direkt von einem Umschlagplatz ab, der 12 km entfernt liegt, und bringen ihn mit unserem eigenen 30-t-Streuer aus. Die Pflanzenkohle wird bereits beim Umschlag eingemischt. Die Bestellung erfolgt jeweils im Vorjahr, persönlicher Kontakt ist uns dabei sehr wichtig.

HF: Wir setzen seit über 15 Jahren Kompost ein und konnten bereits positive Effekte beobachten: Die Bodenstruktur hat sich verbessert, und auch die Aktivität des Bodenlebens hat zugenommen.

HF: Wir sind mit der Qualität absolut zufrieden. Der Kompost lässt sich gut streuen, ist sauber und wird nach unseren Anforderungen gemischt.

HF: Nein, bisher gab es nie Probleme.

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Interview mit einem Kompostanwender

Felix Hoffarth, Lohra (Landkreis Marburg-Biedenkopf)

FH: Der Einsatz von Kompost ist für mich Teil einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Ich nutze Kompost in meinem Betrieb, um meine Nährstoffbilanzen auszugleichen und die Stoffe, die aus meinem Nährstoffkreislauf verloren gehen, zu ersetzen.

Ich setze in meinem Betrieb nur Biogutkomposte ein, da sie für mich aufgrund der Nähe zur Kompostanlage Cyriaxweimar einfacher zu beziehen sind. Außerdem schätze ich an ihnen die höheren Nährstoffgehalte, im Vergleich zu Grüngutkomposten.

FH: Der Kompost wird immer zu Dinkel und Triticale, nach der Ernte der Vorfrucht, also im August oder September ausgebracht. Ein wichtiger Grund, warum der Kompost zu diesem Zeitpunkt ausgebracht wird, ist die bessere Befahrbarkeit der Flächen um diese Jahreszeit.

FH: Durch die langjährige Zusammenarbeit und räumliche Nähe zur Kompostanlage Cyriaxweimar ist der Bezug von Kompost sehr einfach. Die Bestellung erfolgt telefonisch und die Anlieferung wird von einem Lohnunternehmer durchgeführt. Die kurzen Wege zwischen der Kompostanlage und meinem landwirtschaftlichen Betrieb sind dabei ein großer Vorteil.

FH: Neben der mit dem Komposteinsatz einhergehenden Ertragssteigerung konnte ich bei meinen Böden einen verbesserten Wasserhaushalt und eine höhere Aggregatstabilität feststellen. Der Boden ist deutlich krümeliger und nimmt Niederschläge besser auf.

FH: Ich bin sehr zufrieden mit dem Einsatz von Komposten. Meine wichtigsten Qualitätsanforderungen sind, dass der Kompost so wenig Störstoffe wie möglich enthält und gleichzeitig einen hohen Nährstoffgehalt aufweist.

FH: Das Einzige, was immer wieder zum Problem wird, ist die Logistik bei der Ausbringung, da die Regularien die Lagerung am Feldrand zeitlich so stark eingrenzen.

Wenn die Verfügbarkeit und der Preis passen, würde ich diese auf meinem Betrieb einsetzen.

FH: Ich wünsche mir von der Politik, dass sie die Regularien ändert, sodass ein längerer Bereitstellungszeitraum möglich wäre. Außerdem sollte es ein besseres Monitoring und mehr Aufklärung geben, was in die Bioabfalltonnen geworfen wird und geworfen werden sollte. Fehlverhalten sollte sanktioniert werden können. Das wäre der einfachste Weg, um möglichst saubere Komposte zu erhalten.

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Interview mit einem Kompostanwender

Nils Tolle, Calden
(Landkreis Kassel)

Flächenbewirtschaftung:
45 ha Ackerland, 15 ha Grünland

Tierhaltung:
15 Mutterkühe, 20 Pensionspferde

Fruchtfolge:
Kleegras – Kleegras – Winterweizen/Winterdinkel – Sommergerste – Körnerleguminose/Wintermenggetreide – Futtergetreide

Ökologische Landwirtschaft:
seit 1969, Gäa-Mitglied

Komposteinsatz:
seit 2019 Biogutkompost (20 t/a) aus der Vergärungs- und Kompostierungsanlage Lohfelden (Entfernung ca. 30 km), seit 2021 Grüngutkompost (25 t/a) aus der Kompostierungsanlage Hofgeismar (Entfernung ca. 20 km)

NT: Der Kompost wird vor allem für das Market Gardening (Gemüseproduktion) verwendet. Dort ist er besonders wichtig, um unsere schweren Böden langfristig strukturell zu verbessern und so bessere Bedingungen für den Gemüseanbau zu schaffen. Im Ackerbau soll der Kompost zur Nährstoffversorgung beitragen sowie die Wasserhaltekapazität perspektivisch erhöhen.

NT: In der Regel nutzen wir Grüngutkomposte aufgrund der geringeren Verunreinigung mit Fremdstoffen (z.B. Plastikanteile).

NT: Im Market Gardening wird der Kompost zum Anfang der Anbausaison (Februar/ März) auf den Beetflächen ausgebracht. Im Ackerbau gibt es zwei Aufbringungszeiträume, die im Wesentlichen durch die Kultur (Sommerung/Winterung) und die Befahrbarkeit des Bodens geprägt sind. Der Kompost soll vorzugsweise in eine Zwischenfrucht gestreut werden und mit deren Umbruch eingearbeitet werden. Die Wahl, zu welcher Kultur Kompost in Frage kommt, hängt in unserem Falle wesentlich von der Nährstoffversorgung ab.

NT: In der Regel über die lokale Abfallverwertung Kreis Kassel. Bestellt wird in Absprache mit Stephan Margraf, die Ware wird selbst abgeholt oder durch Dienstleister an den Feldrand gebracht. Die Applikation erfolgt im Ackerbau mittels Großflächenstreuer und im Garten, nach Bereitstellung durch den Frontlader, überwiegend per Hand.

NT: Dafür ist der Zeitraum der Anwendung noch nicht lang genug.

NT: Die Kompostqualität ist sehr gut. Die wichtigsten Anforderungen sind geringe Schwermetallbelastungen sowie ein geringer Anteil an Fremdstoffen.

NT: Bisher traten noch keine Probleme auf.

NT: Grundsätzlich sind wir einer Anwendung weiterer Sekundärrohstoffe gegenüber nicht abgeneigt. Zum Teil wird Gärsubstrat aus einer Bio-Biogasanlage in der Nähe zur Düngung eingesetzt.

TH: Förderung kleinerer Kompostieranlagen für die Kompostierung hofeigener organischer Stoffe.

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Interview mit einem Kompostanwender

Holger Schütz, Groß-Umstadt

HS: Ich bin als ökologisch wirtschaftender Landwirt darauf angewiesen mein Nährstoffdefizit durch organische Düngemittel zu decken. Da mir der regionale Kreislaufgedanke sehr wichtig ist, finde ich es sinnvoll, Kompost einzusetzen, der in der Region erzeugt wird.

Ich erhoffe mir, dass der Kompost langfristig meine Bodenfruchtbarkeit verbessert und meine Böden dadurch gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels besser gewappnet sind.

HS: Das Wichtigste ist mir, dass der Kompost kein Plastik enthält und in möglichst geringer Entfernung von meinem Hof erzeugt wird. Ob Biogut- oder Grüngut spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Aktuell kann ich nur Grüngutkompost in der gewünschten Qualität beziehen.

HS: Ich möchte den Kompost im Frühjahr, als “Kopfdünger“ für die Fruchtfolgeglieder mit Leguminosen einsetzen. Im Herbst bringe ich Stallmist aus, sodass der Kompost zu diesem Zeitpunkt nicht nötig ist.

HS: Das nächstgelegene Kompostwerk, welches Kompost in der von mir gewünschten Qualität liefern kann, ist die Anlage Brombachtal. Um regionale Kreisläufe besser zu schließen, würde ich auch von nähergelegenen Kompostanlagen beziehen, sofern diese plastikfreies Material anbieten. Der Kompost wird von einem Lohnunternehmer geholt und auf meinen Flächen ausgebracht.

HS: Ich erwarte, dass der Kompost langfristig meine Bodenfruchtbarkeit verbessert und meine Böden dadurch gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels besser gewappnet sind.

HS: Für mich sind die beiden wichtigsten Anforderungen die Regionalität und dass der Kompost sauber, also frei von Plastik ist. Leider gibt es in meiner Region nur wenige Kompostanlagen, die Bioland/Naturland-Zertifizierten Kompost anbieten, welcher wirklich frei von Plastik ist.

HS: Für mich sind die beiden wichtigsten Anforderungen die Regionalität und dass der Kompost sauber, also frei von Plastik ist. Leider gibt es in meiner Region nur wenige Kompostanlagen, die Bioland/Naturland-Zertifizierten Kompost anbieten, welcher wirklich frei von Plastik ist.

HS: Wenn sie Bio-zertifiziert und frei von Plastik und Schwermetallen sind, habe ich keine Bedenken weitere Sekundärrohstoffdünger einzusetzen. Karbonisierter Klärschlamm wäre aus meiner Perspektive ein interessantes Düngemittel, da es sehr gut geeignet wäre, um regionale Nährstoffkreisläufe zu schließen. Durch die Karbonisierung würde zudem Kohlenstoff im Boden gebunden, der sonst in der Atmosphäre landet. Auch den Einsatz von Pflanzenkohle finde ich interessant, weswegen ich diese in diesem Jahr ausprobieren werde.

HS: Von der Politik wünsche ich mir verstärkte Anstrengungen darin, die Verbraucher dazu zu motivieren, ihre Abfälle besser zu trennen, sodass es in Zukunft mehr plastikfreie Komposte geben kann.

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Interview mit einem Kompostanwender

Tim Treis, Biohof Ruhlengut, Morschen

TT: Die Komposte dienen dazu, Nähr-stoffkreisläufe zu schließen und einen Beitrag zum Humusaufbau zu leisten. Da wir ein viehloser Betrieb sind, haben wir keinen eigenen Wirtschaftsdünger zur Verfügung und müssen über Futter/ Mist-Kooperationen, auch im Sinne der Verwertung der Luzerne-Gras-Auf-wüchse in einer Biogasanlage, und den Einsatz von Kompost für eine im We-sentlichen ausgeglichene Nährstoffbilanz sorgen.

TT: Die Kompostqualität beider Anlagen ist hervorragend. Da wir Biogutkomposte dieses Jahr erstmals eingesetzt haben, bin ich sozusagen „mit der Lupe“ nach dem Ausbringen über die Felder gelaufen, um Plastikrückstände zu finden, habe aber tatsächlich keine gefunden, was durch den entsprechenden Wert im Prüfzeugnis eigentlich auch zu erwarten war. Bei Grüngutkomposten stellt sich das Problem aufgrund der anderen Herkünfte ohnehin kaum, da waren die Qualitäten bisher jedes Mal hervorragend. Allerdings muss ich einschränkend sagen, dass der Preis des Grüngutkomposts mir mittlerweile zu hoch ist, daher haben wir dieses Jahr keinen mehr bestellt.

Grundsätzlich haben wir als primäre Qualitätsanforderung die Erwartung, kein Plastik auf den Acker zu fahren, welche bisher auch erfüllt wurde. Ansonsten ergeben die Prüfzeugnisse Aufschluss über die Qualität der Charge, die man bekommt. Das sollte man natürlich lesen und verstehen, um eine Vorstellung über die Qualität zu bekommen. Durch die sehr hohen Anforderungen seitens Bioland/Naturland an die Kompostqualität gehen wir aber grundsätzlich von einer sehr guten Qualität aus.

TT: Nein, erfreulicherweise gab es bisher keine Probleme.

TT: Prinzipiell ja, da grundsätzlich alle Nährstoffe, die in die Landwirtschaft einfließen, zur Steigerung der Resilienz der landwirtschaftlichen Erzeugung auf Nährstoffebene beitragen. Aber wie immer gilt auch hier, die Qualität genau zu beobachten, also ob diese Produkte irgendeine Schadstoffthematik haben und falls ja, wie man diese lösen kann.

TT: Kompost ist ein wichtiger Baustein für ein resilientes landwirtschaftliches Erzeugungssystem, indem er für Nährstoffrückfluss sorgt, zum Humusaufbau beitragen kann etc. Wir wünschen uns, dass die Politik diese Bedeutung wahrnimmt. Mit der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen sollte sie dazu beitragen, dass zukünftig mehr Komposte, sowohl hessen- als auch bundesweit, erzeugt und zu günstigen Preisen der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden können.

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