Interview mit einem Kompostanwender
Hans Fischer, Landgut Birkenhof, Herdwangen-Schönach (Landkreis Sigmaringen)
Flächenbewirtschaftung:
75 ha, 10 ha Grünland, 9 ha Dauerkulturen
Tierhaltung:
Keine Tiere
Fruchtfolge (variiert, z. B.):
Kleegras => Winterweizen =>Winterroggen =>Ackerbohne =>Dinkel =>Hafer =>Sojabohne
Ökologische Landwirtschaft:
seit 2007, Bioland-Mitglied
Komposteinsatz:
seit 2010, Grüngutkompost Hans Schmid GmbH (12 km Entfernung)
NÖK: Warum setzen Sie Kompost ein, was sind die Vorteile speziell für Ihren Betrieb?
HF: Wir sind ein viehloser Betrieb und setzen Kompost ein, um unseren Böden Nährstoffe zurückzugeben. Außerdem unterstützt Kompost den Humuserhalt und hilft uns, die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu sichern. Zusätzlich lassen wir Pflanzenkohle in unseren Kompost einmischen.
NÖK: Wann setzen Sie den Kompost ein?
HF: Wir bringen den Kompost auf die Getreidestoppeln aus, da zu diesem Zeitpunkt die Befahrbarkeit gewährleistet ist und der Einsatz in unseren Betriebsablauf passt. Der Kompost wird dann direkt eingearbeitet.
NÖK: Wie beziehen Sie den Kompost?
HF: Der Kompost stammt von der Firma Schmid. Wir holen ihn direkt von einem Umschlagplatz ab, der 12 km entfernt liegt, und bringen ihn mit unserem eigenen 30-t-Streuer aus. Die Pflanzenkohle wird bereits beim Umschlag eingemischt. Die Bestellung erfolgt jeweils im Vorjahr, persönlicher Kontakt ist uns dabei sehr wichtig.
NÖK: Haben Sie schon langfristige Effekte des Komposteinsatzes wahrgenommen?
HF: Wir setzen seit über 15 Jahren Kompost ein und konnten bereits positive Effekte beobachten: Die Bodenstruktur hat sich verbessert, und auch die Aktivität des Bodenlebens hat zugenommen.
NÖK: Sind Sie mit der Kompostqualität zufrieden?
HF: Wir sind mit der Qualität absolut zufrieden. Der Kompost lässt sich gut streuen, ist sauber und wird nach unseren Anforderungen gemischt.
NÖK: Gab es schon mal Probleme und wenn ja, wie wurden sie gelöst?
HF: Nein, bisher gab es nie Probleme.
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Interview mit einem Kompostanwender
Felix Hoffarth, Lohra (Landkreis Marburg-Biedenkopf)
Flächenbewirtschaftung:
185 ha Ackerland, 105 ha Grünland, 5 ha Dauerkulturen (Forst)
Tierhaltung:
150 Puten, 25 Pferde, 120 Angusrinder
Fruchtfolge:
Kleegras (2 Jahre) - Weizen - Dinkel – Ackerbohne/Erbse - Hafer - Triticale
Ökologische Landwirtschaft:
seit 1991, Naturland-Mitglied
Komposteinsatz:
seit 2015, Biogutkompost aus der Biogas- und Kompostierungsanlage Cyriaxweimar (Entfernung ca. 15 km), ca. 1.000 t/a (18 t FM/ha)
Weitere externe organische Dünger:
Hühnertrockenkot (Kooperation mit Legehennen-Betrieb),
ca. 250 t/a
NÖK: Warum setzen Sie Kompost ein, was sind die Vorteile speziell für Ihren Betrieb?
FH: Der Einsatz von Kompost ist für mich Teil einer nachhaltigen Wirtschaftsweise. Ich nutze Kompost in meinem Betrieb, um meine Nährstoffbilanzen auszugleichen und die Stoffe, die aus meinem Nährstoffkreislauf verloren gehen, zu ersetzen.
NÖK: Setzen Sie lieber Biogut- oder Grüngutkompost ein und was sind die Gründe dafür?
Ich setze in meinem Betrieb nur Biogutkomposte ein, da sie für mich aufgrund der Nähe zur Kompostanlage Cyriaxweimar einfacher zu beziehen sind. Außerdem schätze ich an ihnen die höheren Nährstoffgehalte, im Vergleich zu Grüngutkomposten.
NÖK: Wann setzen Sie den Kompost ein?
FH: Der Kompost wird immer zu Dinkel und Triticale, nach der Ernte der Vorfrucht, also im August oder September ausgebracht. Ein wichtiger Grund, warum der Kompost zu diesem Zeitpunkt ausgebracht wird, ist die bessere Befahrbarkeit der Flächen um diese Jahreszeit.
NÖK: Wie beziehen Sie den Kompost?
FH: Durch die langjährige Zusammenarbeit und räumliche Nähe zur Kompostanlage Cyriaxweimar ist der Bezug von Kompost sehr einfach. Die Bestellung erfolgt telefonisch und die Anlieferung wird von einem Lohnunternehmer durchgeführt. Die kurzen Wege zwischen der Kompostanlage und meinem landwirtschaftlichen Betrieb sind dabei ein großer Vorteil.
NÖK: Haben Sie schon langfristige Effekte des Komposteinsatzes wahrgenommen?
FH: Neben der mit dem Komposteinsatz einhergehenden Ertragssteigerung konnte ich bei meinen Böden einen verbesserten Wasserhaushalt und eine höhere Aggregatstabilität feststellen. Der Boden ist deutlich krümeliger und nimmt Niederschläge besser auf.
NÖK: Sind Sie mit der Kompostqualität zufrieden?
FH: Ich bin sehr zufrieden mit dem Einsatz von Komposten. Meine wichtigsten Qualitätsanforderungen sind, dass der Kompost so wenig Störstoffe wie möglich enthält und gleichzeitig einen hohen Nährstoffgehalt aufweist.
NÖK: Gab es schon mal Probleme und wenn ja, wie wurden sie gelöst?
FH: Das Einzige, was immer wieder zum Problem wird, ist die Logistik bei der Ausbringung, da die Regularien die Lagerung am Feldrand zeitlich so stark eingrenzen.
NÖK: Würden Sie auch weitere Sekundärrohstoffdünger wie Gärprodukte oder Holzaschen einsetzen?
Wenn die Verfügbarkeit und der Preis passen, würde ich diese auf meinem Betrieb einsetzen.
NÖK: Was wären ihre Wünsche an die Politik?
FH: Ich wünsche mir von der Politik, dass sie die Regularien ändert, sodass ein längerer Bereitstellungszeitraum möglich wäre. Außerdem sollte es ein besseres Monitoring und mehr Aufklärung geben, was in die Bioabfalltonnen geworfen wird und geworfen werden sollte. Fehlverhalten sollte sanktioniert werden können. Das wäre der einfachste Weg, um möglichst saubere Komposte zu erhalten.
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Interview mit einem Kompostanwender
Nils Tolle, Calden
(Landkreis Kassel)
Flächenbewirtschaftung:
45 ha Ackerland, 15 ha Grünland
Tierhaltung:
15 Mutterkühe, 20 Pensionspferde
Fruchtfolge:
Kleegras – Kleegras – Winterweizen/Winterdinkel – Sommergerste – Körnerleguminose/Wintermenggetreide – Futtergetreide
Ökologische Landwirtschaft:
seit 1969, Gäa-Mitglied
Komposteinsatz:
seit 2019 Biogutkompost (20 t/a) aus der Vergärungs- und Kompostierungsanlage Lohfelden (Entfernung ca. 30 km), seit 2021 Grüngutkompost (25 t/a) aus der Kompostierungsanlage Hofgeismar (Entfernung ca. 20 km)
NÖK: Warum setzen Sie Kompost ein, was sind die Vorteile speziell für Ihren Betrieb?
NT: Der Kompost wird vor allem für das Market Gardening (Gemüseproduktion) verwendet. Dort ist er besonders wichtig, um unsere schweren Böden langfristig strukturell zu verbessern und so bessere Bedingungen für den Gemüseanbau zu schaffen. Im Ackerbau soll der Kompost zur Nährstoffversorgung beitragen sowie die Wasserhaltekapazität perspektivisch erhöhen.
NÖK: Setzen Sie lieber Biogut- oder Grüngutkompost ein und was sind die Gründe dafür?
NT: In der Regel nutzen wir Grüngutkomposte aufgrund der geringeren Verunreinigung mit Fremdstoffen (z.B. Plastikanteile).
NÖK: Wann setzen Sie den Kompost ein?
NT: Im Market Gardening wird der Kompost zum Anfang der Anbausaison (Februar/ März) auf den Beetflächen ausgebracht. Im Ackerbau gibt es zwei Aufbringungszeiträume, die im Wesentlichen durch die Kultur (Sommerung/Winterung) und die Befahrbarkeit des Bodens geprägt sind. Der Kompost soll vorzugsweise in eine Zwischenfrucht gestreut werden und mit deren Umbruch eingearbeitet werden. Die Wahl, zu welcher Kultur Kompost in Frage kommt, hängt in unserem Falle wesentlich von der Nährstoffversorgung ab.
NÖK: Wie beziehen Sie den Kompost?
NT: In der Regel über die lokale Abfallverwertung Kreis Kassel. Bestellt wird in Absprache mit Stephan Margraf, die Ware wird selbst abgeholt oder durch Dienstleister an den Feldrand gebracht. Die Applikation erfolgt im Ackerbau mittels Großflächenstreuer und im Garten, nach Bereitstellung durch den Frontlader, überwiegend per Hand.
NÖK: Haben Sie schon langfristige Effekte des Komposteinsatzes wahrgenommen?
NT: Dafür ist der Zeitraum der Anwendung noch nicht lang genug.
NÖK: Sind Sie mit der Kompostqualität zufrieden?
NT: Die Kompostqualität ist sehr gut. Die wichtigsten Anforderungen sind geringe Schwermetallbelastungen sowie ein geringer Anteil an Fremdstoffen.
NÖK: Gab es schon mal Probleme und wenn ja, wie wurden sie gelöst?
NT: Bisher traten noch keine Probleme auf.
NÖK: Würden Sie auch weitere Sekundärrohstoffdünger wie Gärprodukte oder Holzaschen einsetzen?
NT: Grundsätzlich sind wir einer Anwendung weiterer Sekundärrohstoffe gegenüber nicht abgeneigt. Zum Teil wird Gärsubstrat aus einer Bio-Biogasanlage in der Nähe zur Düngung eingesetzt.
NÖK: Was wären Ihre Wünsche an die Politik?
TH: Förderung kleinerer Kompostieranlagen für die Kompostierung hofeigener organischer Stoffe.
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Interview mit einem Kompostanwender
Holger Schütz, Groß-Umstadt
Flächenbewirtschaftung:
75 ha Ackerland, 5 ha Grünland, 14 ha Dauerkulturen (Weintrauben und Tafeltrauben)
Tierhaltung:
5 Pensionspferde
Fruchtfolge:
Luzerne-Kleegras (3 Jahre) – Winterweizen – Winterhafer – Winterweizen/Winterackerbohne – Silomais mit Untersaat
Ökologische Landwirtschaft:
seit 2021, Naturland-Mitglied
Komposteinsatz:
2024 erstmaliger Einsatz von Grüngutkompost von Zentralkompostierungsanlage Odenwaldkreis, Brombachtal (ca. 20 km Entfernung)
NÖK: Warum wollen Sie Kompost einsetzen, welche Vorteile erwarten Sie speziell für Ihren Betrieb?
HS: Ich bin als ökologisch wirtschaftender Landwirt darauf angewiesen mein Nährstoffdefizit durch organische Düngemittel zu decken. Da mir der regionale Kreislaufgedanke sehr wichtig ist, finde ich es sinnvoll, Kompost einzusetzen, der in der Region erzeugt wird.
Ich erhoffe mir, dass der Kompost langfristig meine Bodenfruchtbarkeit verbessert und meine Böden dadurch gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels besser gewappnet sind.
NÖK: Wollen Sie lieber Biogut- oder Grüngutkompost einsetzen und was sind die Gründe dafür?
HS: Das Wichtigste ist mir, dass der Kompost kein Plastik enthält und in möglichst geringer Entfernung von meinem Hof erzeugt wird. Ob Biogut- oder Grüngut spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Aktuell kann ich nur Grüngutkompost in der gewünschten Qualität beziehen.
NÖK: Wann möchten Sie den Kompost einsetzen (Zeitpunkt, zu welcher Kultur)?
HS: Ich möchte den Kompost im Frühjahr, als “Kopfdünger“ für die Fruchtfolgeglieder mit Leguminosen einsetzen. Im Herbst bringe ich Stallmist aus, sodass der Kompost zu diesem Zeitpunkt nicht nötig ist.
NÖK: Wie wollen Sie den Kompost beziehen und wie soll er ausgebracht werden?
HS: Das nächstgelegene Kompostwerk, welches Kompost in der von mir gewünschten Qualität liefern kann, ist die Anlage Brombachtal. Um regionale Kreisläufe besser zu schließen, würde ich auch von nähergelegenen Kompostanlagen beziehen, sofern diese plastikfreies Material anbieten. Der Kompost wird von einem Lohnunternehmer geholt und auf meinen Flächen ausgebracht.
NÖK: : Welche langfristigen Effekte des Komposteinsatzes erwarten Sie?
HS: Ich erwarte, dass der Kompost langfristig meine Bodenfruchtbarkeit verbessert und meine Böden dadurch gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels besser gewappnet sind.
NÖK: Sind Sie mit der Kompostqualität zufrieden?
HS: Für mich sind die beiden wichtigsten Anforderungen die Regionalität und dass der Kompost sauber, also frei von Plastik ist. Leider gibt es in meiner Region nur wenige Kompostanlagen, die Bioland/Naturland-Zertifizierten Kompost anbieten, welcher wirklich frei von Plastik ist.
NÖK: Gab es schon mal Probleme und wenn ja, wie wurden sie gelöst?
HS: Für mich sind die beiden wichtigsten Anforderungen die Regionalität und dass der Kompost sauber, also frei von Plastik ist. Leider gibt es in meiner Region nur wenige Kompostanlagen, die Bioland/Naturland-Zertifizierten Kompost anbieten, welcher wirklich frei von Plastik ist.
NÖK: Würden Sie auch weitere Sekundärrohstoffdünger, wie Gärprodukte oder Holzaschen, einsetzen?
HS: Wenn sie Bio-zertifiziert und frei von Plastik und Schwermetallen sind, habe ich keine Bedenken weitere Sekundärrohstoffdünger einzusetzen. Karbonisierter Klärschlamm wäre aus meiner Perspektive ein interessantes Düngemittel, da es sehr gut geeignet wäre, um regionale Nährstoffkreisläufe zu schließen. Durch die Karbonisierung würde zudem Kohlenstoff im Boden gebunden, der sonst in der Atmosphäre landet. Auch den Einsatz von Pflanzenkohle finde ich interessant, weswegen ich diese in diesem Jahr ausprobieren werde.
NÖK: Was wären Ihre Wünsche an die Politik in Bezug auf den Komposteinsatz?
HS: Von der Politik wünsche ich mir verstärkte Anstrengungen darin, die Verbraucher dazu zu motivieren, ihre Abfälle besser zu trennen, sodass es in Zukunft mehr plastikfreie Komposte geben kann.
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Interview mit einem Kompostanwender
Tim Treis, Biohof Ruhlengut, Morschen
Flächenbewirtschaftung:
45 ha Ackerland
Tierhaltung:
Keine
Fruchtfolge:
Luzerne-Kleegras – Kartoffeln – Weizen – Triticale – Ackerbohnen – Hafer – Buchweizen
Ökologische Landwirtschaft:
seit 2003, Bioland-Mitglied
Komposteinsatz:
seit 2010 Grüngutkompost (50 t/a) aus der Kompostierungsanlage Homberg (Entfernung ca. 20 km)
seit 2024 Biogutkompost (50 t/a) vom Entsorgungszentrum Lohfelden (Entfernung ca. 40 km)
Einsatz weiterer organischer Dünger:
Biogasgülle, trockener Gärrest (80 t/a)
NÖK: Warum wollen Sie Kompost einsetzen, was sind die Vorteile speziell für Ihren Betrieb?
TT: Die Komposte dienen dazu, Nähr-stoffkreisläufe zu schließen und einen Beitrag zum Humusaufbau zu leisten. Da wir ein viehloser Betrieb sind, haben wir keinen eigenen Wirtschaftsdünger zur Verfügung und müssen über Futter/ Mist-Kooperationen, auch im Sinne der Verwertung der Luzerne-Gras-Auf-wüchse in einer Biogasanlage, und den Einsatz von Kompost für eine im We-sentlichen ausgeglichene Nährstoffbilanz sorgen.
NÖK: Setzen Sie lieber Biogut- oder Grüngutkompost ein und aus welchen Gründen?
TT: Das kann man so nicht verallgemei-nern. Die Komposte wirken ja unterschiedlich, weswegen es von der Zielsetzung abhängt, welche Komposte wo eingesetzt werden. Die Grüngutkomposte eignen sich ausschließlich für den Einsatz in der Luzerne bzw. den Körnerleguminosen, da sie tendenziell dem Boden zunächst Stickstoff entziehen. Unser Eindruck ist, dass dieser Kompost über den „Umweg“ des Einsatzes in Leguminosen eher zur Steigerung der Bodenfruchtbarkeit und des Humusgehalts beiträgt. Würde er mit dem Ziel einer direkten Düngewirkung in eine Marktfruchtkultur eingesetzt, bräuchte es unbedingt eine ergänzende Zufuhr von Stickstoff (N) über entsprechende Dünger.
Der Biogutkompost hingegen hat einen höheren, z. T. auch direkt verfügbaren N-Anteil und kann entsprechend, z. B. in Kartoffeln, gut ausgebracht werden. Als alleiniger N-Lieferant genügt er aber auch nicht. Wir setzen in Verbindung damit auch trockenen Gärrest ein.
NÖK: Wann setzen Sie den Kompost ein (Zeitpunkt, zu welcher Kultur)?
TT: Die Grüngutkomposte werden entweder zur Aussaat auf Ackerbohnen ausgebracht oder in den bereits etablierten Bestand des zweijährigen Luzerne-Grases. Der Biogutkompost wird zu Kartoffeln ausgebracht und zwar nach dem Pflügen, aber bevor der Boden zum Pflanzen mit der Kreiselegge vorbereitet wird.
NÖK: Wie beziehen Sie den Kompost und wie wird er ausgebracht?
TT: Der Homberger Kompost wird über den Maschinenring ausgeliefert und von ei-nem Kollegen aus dem Nachbarort ausgebracht. Die Bestellung erfolgt im zeitigen Frühjahr, damit wir auch sicher die gewünschte Menge bekommen. Biogutkompost haben wir erst einmal eingesetzt, die Bestellung erfolgte ebenso im zeitigen Frühjahr, Transport und Ausbringung erfolgten in dem Fall durch einen anderen Kollegen, der dank einer großen Biogasanlage mit dem entsprechenden Fuhrpark ausgestattet ist.
NÖK: Haben Sie schon langfristige Effekte des Komposteinsatzes wahrgenommen?
TT: Wir haben uns erst in den letzten vier Jahren wirklich intensiv mit dem Thema Kompost auseinandergesetzt und kontinuierlich Komposte ausgebracht. Aus Frucht-folgegründen haben manche Felder daher erst einmal Kompostgaben bekommen oder im Abstand von drei oder mehr Jahren. Es wäre unseriös, aufgrund dieser Aus-bringungsmenge bzw. Frequenz valide Aussagen zu machen. Wir werden das natür-lich weiterhin beobachten.
NÖK: Sind Sie mit der Kompostqualität zufrieden? Was sind Ihre wichtigsten Qualitätsanforderungen?
TT: Die Kompostqualität beider Anlagen ist hervorragend. Da wir Biogutkomposte dieses Jahr erstmals eingesetzt haben, bin ich sozusagen „mit der Lupe“ nach dem Ausbringen über die Felder gelaufen, um Plastikrückstände zu finden, habe aber tatsächlich keine gefunden, was durch den entsprechenden Wert im Prüfzeugnis eigentlich auch zu erwarten war. Bei Grüngutkomposten stellt sich das Problem aufgrund der anderen Herkünfte ohnehin kaum, da waren die Qualitäten bisher jedes Mal hervorragend. Allerdings muss ich einschränkend sagen, dass der Preis des Grüngutkomposts mir mittlerweile zu hoch ist, daher haben wir dieses Jahr keinen mehr bestellt.
Grundsätzlich haben wir als primäre Qualitätsanforderung die Erwartung, kein Plastik auf den Acker zu fahren, welche bisher auch erfüllt wurde. Ansonsten ergeben die Prüfzeugnisse Aufschluss über die Qualität der Charge, die man bekommt. Das sollte man natürlich lesen und verstehen, um eine Vorstellung über die Qualität zu bekommen. Durch die sehr hohen Anforderungen seitens Bioland/Naturland an die Kompostqualität gehen wir aber grundsätzlich von einer sehr guten Qualität aus.
NÖK: Gab es schon mal Probleme und wenn ja, wie wurden sie gelöst?
TT: Nein, erfreulicherweise gab es bisher keine Probleme.
NÖK: Würden Sie auch weitere Sekundärrohstoffdünger wie Gärprodukte oder Holzaschen einsetzen?
TT: Prinzipiell ja, da grundsätzlich alle Nährstoffe, die in die Landwirtschaft einfließen, zur Steigerung der Resilienz der landwirtschaftlichen Erzeugung auf Nährstoffebene beitragen. Aber wie immer gilt auch hier, die Qualität genau zu beobachten, also ob diese Produkte irgendeine Schadstoffthematik haben und falls ja, wie man diese lösen kann.
NÖK: Was wären Ihre Wünsche an die Politik in Bezug auf den Komposteinsatz?
TT: Kompost ist ein wichtiger Baustein für ein resilientes landwirtschaftliches Erzeugungssystem, indem er für Nährstoffrückfluss sorgt, zum Humusaufbau beitragen kann etc. Wir wünschen uns, dass die Politik diese Bedeutung wahrnimmt. Mit der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen sollte sie dazu beitragen, dass zukünftig mehr Komposte, sowohl hessen- als auch bundesweit, erzeugt und zu günstigen Preisen der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden können.
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