ANLAGENPORTRÄT
Grüngutkompostierung-sanlagen der Hans Schmid GmbH
Betreiber:
Hans Schmid GmbH
Anlagenart:
Fünf Kompostierungsanlagen für Grüngut
Gesamtkapazität:
23.800 t pro Jahr (3.000 bis 6.650 t pro Anlage)
Kompostarten:
Frisch- und Fertigkompost aus Grüngut
Eignung für den Ökolandbau:
FIBL-Betriebsmittel, Bioland/Naturland
Die Hans Schmid GmbH ist seit 1991 im Bereich der Kompostierung von Grüngut (Garten und Parkabfälle, Landschaftspflegeabfälle, Gehölzrodungsrückstände, Wurzelstöcke, Gras und Laub) aktiv und betreibt mittlerweile fünf Kompostierungsanlagen:
- Kompostierungsanlage Füllenwald
Überlingen, Bodenseekreis - Kompostierungsanlage Weiherberg,
Friedrichshafen, Bodenseekreis - Kompostierungsanlage Sputenwinkel,
Tettnang, Bodenseekreis - Kompostierungsanlage Obermooweiler,
Wangen im Allgäu, Landkreis Ravensburg - Kompostierungsanlage Schwatzen,
Weißensberg, Landkreis Lindau (Bodensee)
An den drei Kompostierungsanlagen im Bodenseekreis befindet sich jeweils auch ein Entsorgungszentrum des Landkreises, an dem neben Grüngut auch andere Wert- und Abfallstoffe abgegebne werden können.
Verfahrensbeschreibung:
1. Annahme und Vorsortierung: Das Grüngut wird durch Kommunen, Private – und Gewerbliche Kunden angeliefert. Zunächst werden die Garten- und Parkabfälle gesammelt und vorsortiert, um grobe Fremdstoffe zu entfernen.
2. Zerkleinerung: Das Grüngutmaterial wird dann mithilfe eines Schnellläufers zerkleinert, sodass eine gleichmäßige Struktur entsteht.
3. Kompostierung und Hygienisierung: Das zerkleinerte Material wird als Trapezmiete aufgesetzt und über mehrere Wochen hinweg hygienisiert. Dabei werden auch Temperaturen erreicht, die pathogene Keime abtöten. Die Temeperaturen werden mittels Messsonde aufgezeichnet und mit der Mietenbegleitkarte digital abgespeichert.
4. Siebung: Nach der Hygienisierung wird der Kompost durch ein Sternsieb geleitet. Dadurch entstehen verschiedene Fraktionen.
5. Verwendung der Fraktionen:
- Feinfraktion:
Diese feine Fraktion wird nochmals 10-14 Tage gelagert und als Frisch- oder Fertigkompost an die Landwirtschaft, Gärtner und privat Haushalte für den Garten abgegeben und dient dort als wertvoller Bodenverbesserer. - Mittelkorn (40–100 mm):
Diese Fraktion wird als Strukturmaterial im Amtzeller Werk für Biogas verwendet, um die Gasausbeute dort zu verbessern. - Überkorn:
Die groben Fraktionen werden in einer Verbrennungsanlage weiterverwertet, um Energie zu erzeugen bzw. auch als Strukturmaterial für die Grüngutkompostierung.
Durch die oben beschriebenen Verfahrensschritte entsteht ein nachhaltiger Kreislauf, bei dem alle Fraktionen sinnvoll genutzt werden.
Aus den 23.800 t/a Grüngut werden jährlich ca. 12.000 t Grüngutkompost erzeugt. Der Kompost unterliegt der RAL-Gütesicherung, auch für den Einsatz im Ökolandbau entsprechend den Kriterien von Bioland/Naturland. Etwa 50 % des Komposts (ca. 6.000 t/a) werden derzeit in den Ökolandbau vermarktet.
Neben dem Kompost werden aus dem auf den Anlagen angenommenem Grüngut bzw. aus dem Siebüberlauf der Kompostabsiebung auch zwei Brennstofffraktionen erzeugt (0-150 mm und 0-300 mm). Insgesamt werden so jährlich rund 6.000t Brennstoff produziert.
Weitere Produkte der Hans Schmid GmbH sind Rindenmulch aus heimischen Hölzern in verschiedenen Absiebungen sowie ein Humus-Substrat, bestehend aus dem eigenen Kompost, gesiebtem Humus heimischer Herkunft und Sand.
Des Weiteren besteht eine Kooperation mit dem benachbarten Amtzeller Werk für Biogas, das aus Biogut (Inhalt der Biotonne) Kompost, ein füssiges Gärprodukt und Biogas produziert. Dieses Werk wird in einem der kommenden Newsletter ebenfalls vorgestellt.
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ANLAGENPORTRÄT
Entsorgunszentrum Lohfelden
Betreiber:
Abfallentsorgung Kreis Kassel
Anlagenart:
Trockenvergärungsanlage (Boxen) mit Gärrestkompostierung
Gesamtkapazität:
44.500 Tonnen pro Jahr
Kompostarten:
Fertig- und Frischkompost aus Biogut
Eignung für den Ökolandbau:
FIBL-Betriebsmittel, Bioland/Naturland
Auf dem Betriebsgelände der Abfallentsorgung Kreis Kassel in Lohfelden-Vollmarshausen befindet sich eine kombinierte Vergärungs- und Kompostierungsanlage für Bioabfälle. Durch die vorgelagerte energetische Nutzung der Bioabfälle (Biogasgewinnung) im Rahmen der Trockenvergärung und der anschließenden vollständigen Kompostierung der Gärrückstände ist dieses Verfahren eine ökologisch sehr sinnvolle
Verwertung von Bioabfällen, die auch dem Klimaschutz in mehrfacher Hinsicht dient.
Es werden Bioabfälle zur Energieerzeugung genutzt und damit fossile Energieträger ersetzt. Eine optimierte Biogasanlage emittiert pro Kilowattstunde Strom nur noch 16 Gramm CO2. Das sind 98 % weniger als beim Kohle- und Gasstrommix. Durch den Einsatz von Kompost können weiterhin auf Basis von fossilen Energieträgern hergestellte Dünger ersetzt werden und durch den Aufbau von Humus im Boden kann Kohlenstoff
gebunden werden, der bei Freisetzung zu einer weiteren Erwärmung der Erdatmosphäre führen würde. Damit ist die Anlage eine Kohlenstoffsenke.
Die Bioabfälle aus den Biotonnen des Landkreises Kassel und des benachbarten Werra-Meißner-Kreises werden mit einem Radlader in Gärboxen verladen, die dann gasdicht verschlossen werden. Sie werden dann mit warmem im Kreis geführten Prozesswasser beregnet, um so einen Vergärungsprozess in Gang zu setzen. Innerhalb von 21 Tagen gast das Biogut aus. Die nassen Gärreste werden dann mit einem trockenen Anteil Biogut gemischt, der nicht in der Vergärung, sondern in Rotteboxen vorbehandelt wurde. Außerdem wird geschreddertes Grüngut beigemischt und die Mischung wird homogenisiert. Anschließend findet die Kompostierung in offenen Mieten unter Dach statt.
Das Biogas wird teilweise über eine Gasleitung in das Zentrum von Lohfelden transportiert und versorgt dort mehrere öffentliche Gebäude durch eine Kraft-Wärme-Koppelungsanlage mit Wärme. Eine weitere Kraft-Wärme-Kopplungsanlage am Entsorgungszentrum Lohfelden versorgt auch den Standort selbst (Betriebsgebäude und Vergärungsanlage) mit Wärme. Der in diesen Anlagen erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist.
Der Kompost aus der Lohfeldener Anlage ist in der FIBL-Betriebsmittelliste gelistet und entsprechend den Kriterien von Bioland/Naturland gütegesichert. Von dem in der Anlage Lohfelden erzeugten Kompost werden ca. 70-80 % in den Ökolandbau vermarktet.
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ANLAGENPORTRÄT
Kompostierungsanlage Brunnenhof
Anlagenart:
Rottetrommeln (Intensivrotte) und offene Mietenkomposteierung (Nachrotte)
Gesamtkapazität:
15.000 Tonnen pro Jahr
Kompostarten:
Frischkompost aus Biogut
Frisch- und Fertigkompost aus Grüngut
Eignung für den Ökolandbau:
FIBL-Betriebsmittel, Bioland/Naturland
Die Kompostierungsanlage Brunnenhof GmbH betreibt in Biebesheim am Rhein (Landkreis Groß-Gerau) seit 1991 eine Kompostierungsanlage für Biogut und Grüngut. Dort werden jährlich ca. 9.000 Tonnen Biogut und ca. 6.000 Tonnen Grüngut zu Kompost verarbeitet.
Die Kompostierung des Bioguts erfolgt zunächst während der 3-wöchigen Intensivrotte in Rottetrommeln, also einem geschlossenen System, und anschließend während der Nachrotte als offene Mietenkompostierung. Die Kompostierung des Grünguts wird vollständig als offene Mietenkompostierung betrieben.
Der erzeugte Kompost (ca. 8.000 Tonnen jährlich) ist in der FIBL-Betriebsmittelliste gelistet und entsprechend den Kriterien von Bioland/Naturland gütegesichert. Er wird derzeit zu ca. 20 % in den Ökolandbau vermarktet.
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ANLAGENPORTRÄT
Kompostierungsanlage Homberg
Betreiber:
Maschinenring Schwalm-Eder GmbH
Anlagenart:
Kompostierungsanlage für Grüngut
Gesamtkapazität:
10.000 t pro Jahr
Kompostarten:
Frischkompost und Fertigkompost aus Grüngut
Eignung für den Ökolandbau:
FiBL-Betriebsmittel, Bioland/Naturland
Der Maschinenring Schwalm-Eder betreibt in Homberg (Efze) im Auftrag der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda eine Kompostierungsanlage für Grüngut, die 1991 als zentrale Grüngutkompostierungsanlage für den Schwalm-Eder-Kreis in Betrieb genommen wurde.
Das Material für die Kompostierung stammt einerseits aus der Direktanlieferung auf der Anlage und andererseits von den Grüngutsammelplätzen der Städte und Gemeinden des Schwalm-Eder-Kreises. Bei der Anlieferung wird das Grüngut in drei Fraktionen aufgeteilt:
- Fraktion 1: Gehölzschnitt mit einer Schnittflächengröße ab Daumendicke und Stammholz bis 70 cm Umfang und ca. 2 m Länge
- Fraktion 2: Heckenschnitt, Stauden- und Krautschnitt, gemischtes Grüngut, Wurzeln mit Stammdurchmesser <20 cm
- Fraktion 3: Rasenschnitt, Laub
Fraktion 1 wird mit einem Hacker zerkleinert und als Brennstoff an das Biomasse-heizkraftwerk der Firma B. Braun in Melsungen vermarktet. Fraktion 2 wird mit einem Schnellläufer zerkleinert und gemeinsam mit der unzerkleinerten Fraktion 3 als Gemisch zur Intensivrotte aufgesetzt. Diese findet auf einem belüfteteten Boden statt, der überdacht ist und dauert ca. 4-5 Wochen. Dabei wird das Material nicht umgesetzt. Nach der Intensivrotte wird das Material zur weiteren Kompostierung auf offenen Mieten aufgesetzt. Nach weiteren 3 Monaten Rottezeit, in denen die Mieten alle 6 Wochen umgesetzt werden, verfügt der Kompost über Rottegrad III (Frischkompost). Dieser Kompost wird auf 35 mm abgesiebt und in die Landwirtschaft vermarktet.
Einzelne Chargen werden weiter kompostiert, bis sie nach insgesamt 6-9 Monaten Rottezeit als Fertigkompost vermarktet werden. Diesen bietet das Homberger Kom-postwerk entweder in einer Siebung <35 mm oder <18 mm an. Abnehmer dafür sind Erdenwerke, der Garten- und Landschaftsbau sowie Privatkunden.
Aus den rund 10.000 t/a Inputmaterial werden jährlich ca. 5.000 t Kompost erzeugt. Der Kompost unterliegt der RAL-Gütesicherung, auch für den Einsatz im Ökolandbau entsprechend den Kriterien von Bioland/Naturland. Etwa die Hälfte des Komposts wird in die Landwirtschaft vermarktet und dies zu rund 95 % in den Ökolandbau.
Neben dem reinen Kompost werden auf der Homberger Kompostierungsanlage auch andere Erzeugnisse, wie Komposterde, Rindenmulch oder Hackschnitzel, ange-boten. Die im Betrieb erzeugte Komposterde besteht aus 30 % Fertigkompost (<18 mm) und 70 % Mutterboden.
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